Blüten der aktuellen Hundeerziehungs-Methoden

Eine kleine Annekdote nebst Betrachtungen

Ein jeder verstehe einzig, was ihm beliebt zu verstehen 😇

 

Hundeerziehungs-Methoden, aaalso…so als neugieriger weltoffener Mensch treibt man…wie auch frau sich ja dann und wann in so foren, facebookgruppen und ähnlichem zu den verschidensten , derzeit aktuellen und gehypten Erziehungsmethoden rum. Meine Wenigkeit tut sowas klar auch mit beruflichem Interesse. Wird doch, zu Recht, erwartet das ich zumindest weiß wovon gesprochen wird, wenn Namen wie CaesarMilan, Rütter, Novak, Ertel ect fallen.

Nun, so war ich denn auch eine zeitlang Mitglied einer Maike Novak-facebook-Gruppe…bis ich aus selbiger schnöde und in hohem Bogen hinausflog…ohne jegliche Erklärung oder Vorwarnung :(… und gründlichst, will heißen, denn auch komplett geblockt wurde.

Hm…was hat ich getan?

eine Freundin fragte in der Gruppe, was zu tun sei, wenn der eigene Hund andere Hunde mobbt.

Da wurde dann nachgefragt, und vorgeschlagen und diskutiert und argumentiert…wie sich das für solche Gruppen gehört, jeder klar mit dem dazugehörigen 120%-Wahrheitsanspruch. Und irgendwo im Gemenge schrieb ich, das ich in hypothetischer Situation x ( also mein Hund der gerade massiv einen anderen Hund bedrängt/ängstigt) denn auch mal einen fezielten Tritt einsetz, wenn alle anderen Reize an selbigem Hund abprallen und er anders nicht bereit ist, die Situation zu ändern oder zu verlassen.

Ich wurde dann gefragt ob das mein Ernst sei…ergo ich bekam ( vermeintlich, räusper…) die Chance genauer auszuführen was ich meine.

Ich bemühte mich sodann darzulegen, das ich durchaus körperlich interveniere, wenn der Hund komplett auf Durchzug geschaltet hat, und dabei ist, einen anderen das Fürchten zu lehren …genau so wie ich ja im Falle einer Beisserei auch dazwischen rumpel, OHNE vorher die politisch korrekte Wahl der Mittel zu diskutieren.

Desweiteren beschrieb ich genauer was ich unter “ Tritt“ verstehe, nämlich “ die Fußsohle ( niemals die Spitze, manchmal auch das Knie…jeh nachdem welcher meiner lahmarschigen Körperteile grad noch Chance hat das Untier zu erwischen) richtungslenkend gegen die Seite des Hundes oder seine Brust einzusatzen, um ähnlich dem Rempeln, welches Hunde untereinander gebrauchen, des Hundes Aufmerksamkeit zu erregen und seine Aktionsrichtung weg von seinem derzeitigen Lieblingsopfer zu lenken.

Wohlgemerkt, einzig auf die Situation bezogen, das sich mein Hund grad mistig aufführt gegen einen Kumpel, der da nichts gegenzusetzen hat und schon vor Furcht erbebt.

Nun, einige Kommentare hin und her, und schwupps…war ich draussen.

Da laufen also Trainer in der Weltgeschichte rum, die überhaupt gar kein Problem damit haben, wenn Hund Hund „korrigiert“, was nun bekanntlich nicht gerade zimperlich geschieht. By the way gehen aktuell ja Bilder durchs web, wo es lang schon nicht mehr um innerartliche Korrektur sondern schlicht um Ernstkampf und Beschädigungsbeißen geht…dummerweise nicht als solches erkannt, nicht unterbunden…im Gegenteil sogar noch “ erwünscht“ von der kommentierenden Trainerin ( Ertel-Umfeld). Und selbige Kreise meinen rigoros entsetzt sein zu dürfen, wenn ich meine eigene Körperlichkeit dem Hund gegenüber in bestimmten Situationen geltend mache…hm…erklär mir bitte jemand die Logik dahinter.

Erziehung, mit all seinen bunten Konzepten, auch inklusive des “ Nicht-Erziehungs-Konzeps“ Beziehung mögen ja schön und gut sein, und wahrhaft wundervolles vollbringen…jedem das seine, der Markt ist voll…ABER es wird, egal mit oder ohne welche (?🙈…die Gramatik-Fee streikt heute) Konzepten auch immer immer mal eine Situation geben in der ihr völlig spontan, unmittelbar, aus dem Bauch heraus und schnell intervenieren müßt. Ich hoffe und bete das die meisten von euch sich diese Fähigkeit nicht bis dahin in diversen Foren und Gruppen zerlabern lassen.

Denn gelingende Kommunikation mit dem Hund ist einzig möglich wenn ihr euch auf der selben Resonanzebene wie der Hund befindet…und wenn der mistig ist, muß man halt auch selbst mal mistig sein können.

Mir schwant, hier geht es auch vor allem darum, sich um Verantwortung zu drücken. Schiefgehen kann immer mal etwas, unvorhergesehene Situationen treten…nun mal unvorhergesehen ein…die Frage ist, ob ich bereit bin im Fall eines Falles zu reagieren um schlimmeres zu verhindern, oder ob ich mich auf den Dogmen einer Methode ausruhe, und im Zweifelsfall dann für MEINEN Hund nix kritisierbares unternommen habe, dafür aber billigend in Kauf nehme, das Andere das dann ausbaden dürfen.

Wer das nicht möchte…schaffe sich ne Katze an, evtl eine aus Plüsch.

 

In diesem Sinne…bleibt freundlich miteinander

Eure Christiane

( und wer nun nach der Lektüre den Eindruck mitgenommen hat, das ich den lieben langen Tag nix anderes tu, als Hunde zu treten, oder selbiges empfehle…dem sei Nachsitzen, noch mal von vorn lesen oder alternativ Seite-verlassen empfohlen 🙂 …)

2 Kommentare

  1. Klasse geschrieben, spricht mir aus der Seele, genauso handhabe ich es auch! Habe leider zwei „Mobberinnen“ und ganz gelegentlich, wenn alles ruhige, vorbeugende, souveräne Intervenieren nicht möglich war, weil die Begegnung zu plötzlich kam, muss ich mal so deutlich werden, dass eine quiekt (und das meist nur, weil sie mir damit zu verstehen gibt, dass sie verstanden hat)
    Dieses „die Hunde regeln das schon selbst untereinander“ geht mir furchtbar auf den Keks – glücklicherweise hab ich es in meinem derzeitigen Umfeld noch nicht angetroffen, hier scheinen alle vernünftig zu sein 🙂

    http://www.fuchsleine.de

    • Danke 👍🏻. Mensch, mir war schon sonstwie heiß, ob das wirklich verstanden wird was ich mein, oder ob ich damit eher die militanten Gesundstreichler aufn Plan rufe 😉

      Klar hat man im Vorfeld alles Mögliche und Unmögliche zu unternehmen, das es zu solchen Situationen nicht kommt…aber man ist Mensch, die Welt wird immer enger und 100000 weitere Gründe warum alle Prävention mal versagen kann, und dann hat man schlichtweg zu Handeln. Wirkungsvoll. Auch schon im Sinne des eigenen Hundes ( so man sonst keine Gründe findet), denn mittels der aktualisierten Gefahrenhundverordnung ist da sonst amtlich schneller n Maulkorb ect drauf als man gucken kann…was den betreffenden Hund langfristig nicht entspannter und auch nicht glücklicher macht.

      Das Wichtigste ist doch das man weiß, was man an der Leine hat.
      ( gequikt wird oft ja auch ohne unmittelbaren Kontakt, sondern schon bei Andeutung. Ist Teil des völlig normalen Beschwichtigungsrepertoir, und besagt exakt das von dir beschriebene: “ bitte, ich hab kapiert, entspann dich wieder“

Kommentare sind geschlossen.