Eine Weihnachtsgeschichte

Helleborus

Eine Weihnachtsgeschichte macht sich auf die Suche nach der Liebe

 

 

Zur Liebe kann man ein Kind nicht erziehen, …

Ein Kind, dem man predigt, lernt nur predigen, und ein Kind das man schlägt, lernt nur schlagen…

Vieles, was Jesus in seinem ganzen Leben gesagt, aber vor allem getan hat, zeigt das er nicht nur diesen einen Vater (Gott )  hatte, den fordernden, auf Gesetzen bestehenden, auf Opfer angewiesenen, fernen, unsichtbaren, unbeirrbaren, den Vater „dessen Wille geschehen muß“.
Aus seiner frühen Erfahrung kannte Jesus auch einen anderen Vater, nämlich Josef, der sich nirgends in den Vordergrund drängte, der Maria und das Kind beschützte und liebte, der es förderte, in den Mittelpunkt stellte, es BEDIENTE.
Es muß dieser wirklich bescheidene Josef gewesen sein, der dem Kind ein Maß für Wahrheit und die Erfahrung von Liebe vermittelt hat. Deshalb konnt Jesus die Verlogenheit seiner Zeitgenossen durchschauen. Ein nach den herkömmlichen Prinzipien erzogenes Kind, das von Anfang an nichts anderes kennt, kann Verlogenheit nicht durchschauen es fehlt ihm eine Vergleichsmöglichkeit. Ein Mensch der nur diese Atmosphäre von Kind auf an kennt, wird sie überall als das Normale empfinden und vielleicht darunter leiden, aber sie nicht in ihrem Konturen fassen können. Falls er als Kind keine Liebe erfahren hat, wird er sich danach sehnen, aber nicht wissen was Liebe sein kann. Jesus hat es gewußt.
Es gäbe zweifellos mehr liebesfähige Menschen, wenn die Kirche, statt an den Gehorsam für die Obrigkeit zu appelieren und von daher die Gefolgschaft Christi zu erwarten die entscheidende Bedeutung der Haltung Josefs einsehen würde. Er diente seinem Kind weil er es als Kind Gottes angesehen hat.“

Im Kontext dieses, des christlichen, Glaubens sind wir alle Kinder Gottes.

„…Kinder die man respektiert lernen Respet, Kinder denen man dient, lernen dienen, lernen dem Schwächeren zu dienen, Kinder, die man so liebt lernen auch Toleranz. 
Auf diesem Boden entstehen ihre eigenen Ideale, die gar nicht anders als menschenfreundlich sein können weil sie aus der Erfahrung der Liebe hervorgehen.“

Jesus, der heimatlos in einem Stall zur Welt kommt, diese seit Jahrhunderten romantisierte Geschichte, die jedes Jahr zur Weihnachtszeit eine Neuauflage erfährt, ohne jehmals wirklich zu sehen was dort passiert.
Josef, der es schafft, auf der Flucht ein Obdach für seine schwangere Frau Maria zu finden, um dort dem Kind Jesus geschützt auf die Welt zu helfen.
Was war das für eine Zeit, was für eine reale Situation, in der der König Herrodes die kleinen inder in seiem Land umbringen ließ..da er sich von ihnen bedroht fühlte…bedroht in seiner herrschaft…von KINDERN. Der Tod der Kinder gehörte anscheinend dermaßen zur Normalität damals das sich ausser Maria und Josef niemand anders auf die Flucht begab, um sein Kind zu retten. Die Liebe seiner Eltern rettete Jesus nicht nur sein nacktes Leben, sondern ermöglichte ihm auch den Reichtum seiner Seele zu entwickeln.

In diesem Reichtum konnte er SEHEN, er konnte hinter die Fassade seiner Mitmenschen blicken, sah ihre Verlogenheit, die sich selbst offenkundig Sichtbarem verweigerte, sah ihren Egoismus, mit dem sie ihren Reichtum mißachtend und mißbrauchend, Macht ausübten gegen Schwächere, er konnte empathisch und barmherzig sein, ohne andere Menschen niederzudrücken.

Die Figur Josef, kein Gelehrter, kein Prediger, kein mit materiellen Mitteln begünstigter Richter, Statthalter oder sonstiger Funktionär, sondern ein Handwerker, ein Zimmermann.
Ein Zimmermann dessen Beruf es ist mit seinen Händen Häuser und Herbergen zu schaffen. Dieser Zimmermann ist derjenige, dem das Kind Jesus anvertraut wird, der auserwählt wird und dem zugetraut wird, das Leben dieses Kindes zu retten und ihm einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Einen Start der ausgestattet ist mit den Gaben der Liebe, der Fürsorge und des Schutzes. Dieser Josef, der diese Aufgabe annimmt und sorgfältig ausführt, in typischer Handwerkerart, ohne viel Aufhebens, ohne Tamtam zu erzeugen um seine Person, der in der Unauffälligkeit dient und seine Liebe weittergibt.

Die Weihnachtsgeschichte ist auch eine Herbergsgeschichte. Eine Herberge, die gefunden werden konnte, eine Herberge, in die eigezogen werden konnte, die Schutz bot, sicherer Hafen, ankommen, und aus deren FÜR-Sorge heraus dann wieder Barmherziges Tun entstehen konnte.
Beherbergt werden hier Heimatlose, Menschen auf der Reise, Nomaden, beherbergt im Wortsinn werden aber auch Grundbedürfnisse nach Sicherheit, Geborgenheit und Liebe. Die Herberge spendet Trost, Schutz und neue Kraft die dann wieder nach Außen getragen werden kann.

Eine Herberge finden viele heutzutage nicht mehr, die ihnen dieses Angebot macht. Und dabei spreche ich nicht nur von realer Wohnraumnot, sondern auch von seelischem „unbeherbergt-sein“. Einem Ort in uns, von liebenden Menschen unserer Kinheit angelegt, an den wir uns zurückziehen können, in dem wir Schutz finden und zu neuer Kraft finden können. Denn diesen Ort können nur Menschen anlegen die wirkliche, erziehungsfreie Liebe erfahren haben, dienende Liebe, nicht dieses egoistische Liebeskonstrukt, was nur mißbraucht um die eigene innere Leere aufzufüllen, nicht bedürftige „Liebe“, sondern gebende, dienende, barmherzige Liebe.

Eine Herberge im übertragenen Sinne geben wir auch immer dann wenn wir wirklich offen sind für die Nöte unserer Nächsten. Wirklich offen, in dem wir diesen Nöten einfach Raum geben, ohne diese Menschen rasch in unsere eigenen Lösungsvorstellungen einzuzwängen um sie möglichst schnell wieder guten Gewissens auf die Strasse setzen zu können, ihre Nöte als pseudo-gelindert von uns zu schieben.
Betroffenheit , die nur dort entstehen kann wo wir Fühlen. Das fühlen, was uns trennt, was uns fehlt, was verhindert, das wir lieben können.

Tiere spiegelt immer auch unser Sein mit Menschen wieder.
Der Schäfer der nicht eher ruht, bevor er alle verirrten Schafe seiner Heerde gefunden und heimgebracht hat .
Der Hund der gemeinsam mit dem Schäfer die Herde schützt.

Die Weihnachtsgeschichte ist keine Geschichte die funkelt und glitzert, ihre Wahrheit findet sich nicht in Konsum, Feierlichkeiten und schönen Worten. So wie wir Weihnachten feiern, wird es zur unbarmherzigsten Zeit des Jahres…denn der Blick der meisten ist noch mehr als sonst auf Konsum, Glitzer und Symbole ausgerichtet und beläßt den“Nächsten“ draußen in der Kälte..vor allem den Nächsten in der Not, da dessen Not die wohlarrangierte Harmonie irritieren würde.
Die Weihnachtsgeschichte geschah ganz banal und unauffällig im Alltäglichen, und genau dort entfaltete sie ihre Wunder, nicht mittels materieller Gaben, sondern mit den Gaben der Liebe, im wirklichen Hin-Sehen, im radikalen Schützen und Kraft geben, in der Uneitelkeit und Klarheit des Gebens und des Dienens…dem Anvertrauten gegenüber.

Was uns Tiere im Idealfall, so wir es zulassen, lehren können ist, den Weg zu unserer verschütteten Liebe zu finden, freizugraben.
Denn sie wurden uns anvertraut.
Nicht um sie zu formen und in gerüttelt Maß zu pressen, sondern um durch sie unsere Liebe wiederzufinden und ihnen in Vertrauen und Respekt zu begegnen….wie auch unseren Mit-Menschen.

 

„..“ Zitat aus Alice Miller/du sollst nicht merken, Seite 124ff  * 

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