Was macht eigentlich so…

Jim-KaterFeierabend...Schönheitsschlaf ;)

…eine Tierheilpraktikerin für Tierhomöopathin ?

Praxisalltag unter der Lupe

-8.30 Uhr morgends. Email von Frau Schmitt: „Mops Paul erbricht nicht mehr, wie gehts nun weiter, soll er sein Mittel weiter bekommen?…“
Kaffee aufsetzen, Augen reiben, hatte mich gestern nacht an einem Artikel über Mopszucht festgelesen. Zettelnotiz: Paul Gesichtsschwellung abfragen, TEL!!
-8.45 Uhr mit Pott Kaffee in die online-Supervision schauen, feststellen, das der Kaffee erst in mir ankommen muß, bevor ich dem folgen kann. Neben dem Pott Kaffee entdeck ich einen Zettel auf dem Glon30/200C steht…muß ich bestellen, dazu bin ich wach genug…
-9.00 Uhr bei meiner Tierärztin anrufen, und sie bitten, mir kurz das Blutbild von Zwergspitzhündin Pauline von Frau Schmiedt durchzugeben.
-9.15 uhr bis 12.30 Schreibtischarbeit. Der Fall Paula, Perserkatze von Hern Schmied. Lange Anamnese sortieren. Herr Schmied spricht schnell und hat viel zu erzählen, immerhin ist Katze Paula schon 13 jahre…da kommt schon so einiges an Paulageschichte zusammen…Ergebnis: Ich kann meine Schrift vom Abend vorher kaum mehr lesen, da ich versucht hab in dem Tempo mitzuschreiben, und dabei auch noch halbwegs inteligente, zum Thema gehörende Fragen zu stellen 🙂 . Ein paar Details werd ich wohl mittels eines kurzen Anrufes heute Nachmittag nachfragen müssen.
-12.30 Uhr “ kurz zwei Sachen in der Online-Supervision beantworten…kurz…online… 😛
-14.35 Uhr noch rasch was essen, um 15.30 soll ich bei Familie Schmit in Flüggendorf sein, Neukunden mit Hund Paule….und Himmel, die email von Frau Schmitt beantworten…
-15.30 Ankunft bei Paule. Paule geht es schlecht, die ganze Familie ist anwesend, und jeder kann am genauesten beschreiben, was mit Paule so los ist…alle zusammen, durcheinander…nur Paule sagt nichts und betrachtet mich stirnrunzelnd unter der Tischdecke hervor. Zwei Stunden Tierarztberichte sortieren, Befunde erklären und hinterfragen, Röntgenbilder am Wohnzimmerfenster betrachten, Bericht schreiben…und mir am Ende von Paule die Hand lecken lassen 🙂
-17.45 Uhr ich habe Paule ein Mittel für seine Akutbeschwerden dagelassen und werde heute abend den Fall am Schreibtisch erstmal ins Reine schreiben. Die 7 jährige Tochter der Familie kam leider kaum zu Wort, was sie über Paule sagte war jedoch so klar auf den Punkt gebracht das ich es wörtlich in einer Menge Randnotizen senkrecht neben dem Bericht der Eltern festgehalten habe …mir brummt der Kopf 😉
– Weiter geht es mit zwei kurzen Terminen in entgegengesetzter Richtung in unserem schönen Schleswig-Holstein verteilt…genügend Zeit die Seele baumeln zu lasen und die Landschaft zu genießen…bis das Telefon klingelt, Landstrasse, rechts ran, Warnblinker setzen: Frau Schmittchen, weinend, unzusammenhängend erzählend, irgendwas mit Blut, stinkt, spritzt, Katze Paulette, schon länger in Behandlung, aber eine Weile nichts mehr gehört von ihr. Nach einer Viertel Stunde ist soweit klar…das das „Problem“ an der Wand gelandet ist, ein geplatzter Abszeß, von dessen Vorhandensein Frau Schmittchen im Vorfeld nur ungenau Kenntnis hatte. Wir besprechen, das ich morgen Mittag vorbei komme und im Sinne der Nachsorge “ einen Blick werfe“, ansonsten Frau Schmittchen sich jetzt mit Tee und Wolldecke auf dem Sofa versorgt. Großer Schreck, aber das Problem hat Paulette…zuungunsten der Nerven von Frau Schmittchen selbst behoben.
– Abends ruft der Schreibtisch…und die eigene Katze…Jim-Kater (… Nicht Paul! 😉 …) sitzt mitten in den Papieren und meint, Katzeninspiration erleichtert Büroarbeit ungemein 😛
Ich telefoniere noch rasch mit Frau Schmiedlein, Halterin von gleich zwei Pauls…Hahn Paul kräht im Hintergrund…gottlob läuft bei den Schmiedleins gerade alles glatt.

Hahn Paul

Hahn Paul…stellvertretend für die Pauls dieser Praxis 😉

Ich arbeite gar nicht so sehr in erster Linie homöopathisch…die Hauptarbeit ist das sortieren von Informationen, erklären, schauen, begleiten. Gerade Halter die einen Tierheilpraktiker hinzuziehen haben häufig eine lange Odyssee durch verschiedene Tierarztpraxen und andere Therapeuten hinter sich. Hier gilt es zuerst, diesen Berg an Vorgeschichte zu sichten, zu sortieren und gemeinsam mit dem Halter einen weiteren Wegabschnitt sinnvoll zu planen. Oft genug sind Langzeitfälle auch emotional aufgeladen, da solche Verläufe Stress erzeugen und bei allen Beteiligten Spuren hinterlassen. So lege ich Wert darauf, das sich nicht nur das Tier sondern auch der Halter in der Arbeit mit mir wohlfühlen . Offene Fragen und unausgesprochene Befürchtungen machen Angst, was widerum belastend für die Behandlungssituation und das Tier ist.
Bei dieser teilweise intensiven Begleitung ist auch der Hauptunterschied zwischen meinem Tun und dem einer Tierarztpraxis zu verorten….beides kann sich wunderbar nutzbringend ergänzen.

In diesem Sinne sei der Artikel der aktuellen “ Paul-Schwemme“ in meinem Klientel gewidmet…liebe Grüße an alle Pauls 🙂