Zecken, sinnvolle Wege der Zeckenprophylaye

Zeckeeine Zecke, ein herzliches Danke an meinen Kater, der wirklich bemüht war für das Bild still zu halten;)

Zecken, der Versuch einer rationalen Betrachtung eines unter Tierhaltern hochemotionalen Themas

Zecke

( ein herzliches Danke an meinen Kater, der wirklich bemüht war für das Bild still zu halten;) )

Sobald es wärmer wird krabbelt sie wie jedes Frühjahr im Gebüsch, auf den Wiesen…und auf uns und unseren Haustieren  herum auf der Suche nach einer leckeren Blutmahlzeit, die Zecke, wissenschaftlicher Name: ixodida .

Sie können nicht nur lokal zu Reizungen, Entzündungen und Schwellungen führen, sondern auch gefährliche Krankheiten übertragen.  So übertrifft sich so eine ganze Schaar an Herstellern unterschiedlicher Abwehrmittel mit Aussagen zu Ungefährlichkeit und Wirksamkeit ihrer Präparate. Für Hunde und Katzen sind üblicher weise Pipetten, Sprays und Halsbänder auf dem Markt.

Diese  enthalten jedoch fast durchweg hochwirksame Insektizide und bringen somit nicht immer harmlose Nebenwirkungen mit sich. Gerade Nebenwirkungen im neurologischen Bereich sind für Kontaktinsektizide typisch ( siehe auch http://tierhomoeopathie-kiel.de/frontline-intoxikation/ )

Andere Mittel auf dem Markt zeichnen sich trotz Nebenwirkungspotential durch gänzliche Unwirksamkeit aus, so das das Kosten/Nutzen-Verhältnis mehr als fragwürdig ist.

Mir scheint, viele dieser Repellentien werden vorwiegend aus Hilf-und scheinbarer Alternativlosigkeit eingesetzt.

 

ob der Gefährlichkeit und Hartnäckigkeit der durch Zecken übertragbaren Erkrankungen ist es jedoch mehr als ratsam ein wirksames Zeckenabwehrmitrel parat zu haben.


Durch Zecken übertragbare Erkrankungen

Beim Menschen sind bisher vorwiegend Borreliose und die Frühsommer-Meningitis (FSME) bekannt. Ihre Häufigkeit variiert nach Verbreitungsgebiet.

Hunde können sich leider einige Krankheiten mehr einfangen: vorrangig sind sie auch von Borreliose , gefolgt von Anaplasmose und Babesiose betroffen. Dagegen ist FSME relativ selten bei Hunden und tritt auch dann hauptsächlich als opportunistische Infektion bei geschwächten Patienten mit vorgeschädigtem Immunsystem auf.

 

Auch sei hier auf die neu zugewanderte Auwaldzecke hingewiesen. Sie ist größer als die heimischen Zecken, und somit leicht zu erkennen: Auwaldzecke

 

Eine Übersicht zur Verbreitung und Häufigkeit der durch Zecken übertragbaren Erkrankungen  finden sie hier: verbreitungsgebiete von durch Parasiten übertragbare Erkrankungen

 


Chemische Zeckenabwehr und Prophylaxe

 

Im Allgemeinen kommen Pestizide zur Anwendung. Vorwiegen im Spot-On-Verfahren werden Frontline, Advantix, Ex-Spot ect verabreicht.

Ein weiteres Mittel, welches empfohlen wird ist Scalibor. Es wird als Halsband angeboten und hält auch Sandmücken fern. ( Überträger der Leishmaniose in Südeuropäischen Ländern)

Hauptwirkstoff bei diesen Mitteln ist Permethrin,  Imidacloprid und Moxidectin.

Scalibor enthät Deltamethrin.

Den Wirkstoffen gemein ist, das sie Nervengifte sind. Ihre Wirkung gegen Zecken hält höchstens zwei bis vier Wochen an.

Bei Vergiftungserscheinungen durch oben genannte Wirkstoffe ( es widerstrebt mir,  von Überempfindlichkeitsreaktionen in diesem Zusammenhang zu sprechen) kann ein Halsband einfach abgenommen werden, um die weitere Wirkstoffaufnahme zu unterbrechen.

Bei den Spot-on-Präparaten kann der Wirkstoff jedoch nicht mehr entfernt werden, wenn er innerhalb der ersten drei Tage durch die Haut resorbiert wurde ( im allgemeinen macht es nach der Zeitspanne, die von Herstellerseite angegeben wird in der das Tier nicht gebadet werden soll keinen Sinn mehr, Spuren des Wirkstoffs am Auftrageort entfernen zu wollen).

bei dramatischem Symptomenverlauf nach einer Reaktion auf oben genannte Stoffe hat sich die Flüssigkeitstherapie mittels Infusion am ehesten bewährt, um den Körper bei der  Mobilisation und Ausschwemmung von Giften zu unterstützen.

Übelkeit und Erbrechen, Hautreaktionen bis hin zu Ekzemen können auftreten.

neurologische Symptome wie Zittern, Speicheln, Nystagmus bis zu Krämpfen werden immer häufiger berichtet.

Welche Folgen die Präparate bei jahrelangem Gebrauch im Körper haben ist leider immer noch zu wenig erforscht.

Ebenfalls werden immer mehr Resistenzen der Zecken gegen die bekannten Wirkstoffe beobachtet

Seit einigen Jahren sind Tabletten auf dem Markt. Ihr Wirkstoff tötet Zecken längstens 12 Stunden nach Biss ab. In dieser Zeitspanne wird die Krankheitsübertragung durch den Speichel der Zecke jedoch nicht verhindert.

Auch für diese Präparate gibt es bislang keine Langzeitstudien.

Zu einer inzwischen ebenfalls verfügbaren Impfung um Borreliose vorzubeugen möchte ich ihnen diesen Artikel aus Wild und Hund empfehlen.

Hier würden Ausführungen zum Thema Impfung den Rahmen des Artikels sprengen.


Natürliche Alternativen zur Zeckenabwehr

Bernstein:

Unbearbeiteter echter Rohbernstein lädt, kontinuierlich getragen, das Fell unserer Tiere elektrostatisch auf, was auf Zecken eine abstoßende Wirkung hat. Das der Geruch des Bernsteins die Zecken vertreibt, halt ich persönlich für wenig wahrscheinlich. Welcher Theorie man aber den Vorzug gibt, ist bei der durchaus reproduzierbaren Wirkung der Zeckenhalsbänder letztlich auch gleichgültig. Fest steht, es wirkt.

Wie wir kürzlich mehrfach feststellen konnten, läßt die Wirkung der Bernsteinketten häufig nach ein bis zwei Jahren stark nach. Die Steine bekommen durch das ständige Tragen eine glatt geschliffene Oberfläche. Durch den Kontakt mit dem Fell des Tieres wird kontinuierlich eine geringe Menge Bernstein abpoliert.

Der glatte Stein u dessen geringere Oberfläche ist anscheinend nicht mehr in der Lage genügend Kontakt zum Haar herzustellen.

Die Wirksamkeit der Kette läßt sich, so die Steine noch groß genug sind, mittels Anschleifen/Aufrauhen mit grobem Schleifpapier wieder aktivieren.

Bierhefe:

Bierhefe m regelmäßig verfüttert hilft ebenfalls gegen Zecken. Hypothese ist, das diese den Vit-B-Geruch nicht mögen. Manche Hunde reagieren auf Bierhefe mit Magen-Darm-Problemen oder mögen sie schlicht nicht.

Dosierung: 1 Teelöffel pro 10 Kilogramm Körpergewicht sowie jeweils einen 1/4 Teelöffel für jede weiteren 2,5 Kilogramm. In der Zeckenhochsaison kann die  Verdoppelt werden.

 

Kokosöl:

Zecken hassen die in Kokosöl enthaltene Laurinsäure wie eine Untersuchung der FU Berlin bestätigte. Einen umfassenden Artikel zu Kokosöl Finden sie hier.

Dosiert wird wie folgt: eine kleine bis walnußgroße Menge wird in den Händen “ warm gerieben“ , damit streicht man, täglich, über das Tier.


Fazit

Es ist wichtig, Zeckenbefall vorzubeugen, da die Erkrankungen die Zecken übertragen nicht harmlos sind und häufig chronifizieren.

Und es ist möglich, diese Prophylaxe unschädlich für Mensch und Tier vorzunehmen.

Ich wünsche ihnen einen entspannten, Krabbelviecher-freien Sommer!

Christiane Strohbusch