Hunde aus dem Auslands-Tierschutz

Kretahund goes Germany ;)Eine „Griechin“ die versucht die Welt hier zu verstehen...was ihr mehr und mehr gelingt

…das unbekannte Wesen

 

 

“Hör mir bitte mal zu, wenn du da zwischen deinen Auslastungs- und Resozialisierungs- Ideen, deinem Austausch unter anderen Rettern von armen gebeutelten „Fellnasen“, deinen Phantasien ob ewiger Dankbarkeit und einer ungetrübten Reise ins Reich der Mensch-Hund-Beziehung mal Zeit für hast…wenn du anfängst zu zweifeln, nach dem fünften Hundetrainer der es nicht geschafft hat mir, deinem Hund zu erklären, das Besuch oder Nachbarn im Treppenhaus nicht gefrühstückt werden sollen, wenn dich der zwanzigste Hundesitter sitzen läßt und du drohst deinen Job zu verlieren weil ich undankbares Tier trotz teurem Training einfach nicht alleine bleiben will ohne dir die Einrichtung deiner Wohnung zu schreddern…, aus purer Verzweiflung ob des einzigen verbliebenen zwar unzuverlässigen, aber immerhin meist anwesenden Sozialpartners, dir!
Wenn du nach „harmonischen ausgeglichenen Wochen“ im Urlaub daran verzweifelst, das ich, promt wieder zu Haus nicht mal kurz den Weg zum Bäcker schafft, ohne „hystherische Anfälle“ beim Anblick jeden Hundes in der Nachbarschaft zu bekommen, wenn die tierärztlichen Bemühungen von Kastration bis Antidepressivum mir, aus deiner Sicht komplett am Hintern vorbei zu gehen scheinen, trotz vollmundiger Versprechen „dann wird er ruhiger“.
..

So oder ähnlich könnte er zu dir sprechen dein Hund, wenn er sich bemüßigt fühlte zu solch intellektueller Zusammenhangsherstellung.

Ehrlich mal, du kannst dich da doch nicht hinstellen und als Fremde von dem dir anvertrauten Lebewesen Teamwork, wohlmöglich gar Gehorsam und Zusammenhalt fordern…egal wie vermeintlich nett du das tust.

Fang doch erstmal an dich vorzustellen, dein eignes „so-sein“ in dieser welt dem anderen Wesen zu erklären, fang an dich vertraut zu machen, manchmal, oder oft genug heißt das zuallererst sich mit sich selbst vertraut zu machen: wie und wer bin ich eigentlich? …ich mein nicht das, was man selbst so von sich denkt, sondern schlüpf in die Augen und in die Psyche eines heimatlosen, herausgerissenen, orientierungssuchenden Wesens, und schau dich selbst und dein Handel und Sein von aussen an: was an dem was man von dir von aussen sieht wär dazu geeignet, vertrauen zu erzeugen und Verlässlichkeit zu vermitteln. Was an dir kann von aussen nur als absolut widersprüchlich gedeutet werden, auch wenn es von dir noch so gut gemeint ist?
Nur weil du da ne Markenhundedecke, nen farbenfrohen Napf und buntgemustertes Sicherheitsgeschirr nebst Leine angeschafft hast und regelmäßige vollendet zubereitete Nahrung und sauberes Wasser kredenzt heißt das für den Hund noch lange nicht das er sich sicher bei dir fühlen kann und dein lebenslanges Körbchen- Versprechen für ihn auch nur den Hauch von Glaubwürdigkeit hat.

Und lass dich mal drauf ein, dieses Lebewesen und sein Erleben deiner Welt wirklich zu verstehen…seinen Wunsch dir zu vertrauen , Konflikte mit dir zu vermeiden mit all seinem Gepäck an Überlebensmechanismen die es bis…exakt hierher gebracht haben, exakt hierher, vor deine Füße, in deine Wohnstube, in dein Leben. Dieses Gepäck ist das einzige was es mitgebracht hat, was es auch seiner Reise bewahren und retten konnte, es ist super wertvoll, denn es ist sein Überlebens-Handwerkzeug…und nun kommst du, und sagst ihm „brauchst du nicht mehr, jetzt bin ich ja da“. Hm…versetz dich rein in dieses Lebewesen…würdest du nicht auch dir selbst nen Vogel zeigen, und sagen „“mein Gepäck, das ist mir vertraut, das hilft mir immer…du aber, wer bist du eigentlich? Ich soll dir vertrauen, einfach so mal, einfach nur weil du sagst das du du bist…aber WER bist du eigentlich?“

Das Überlebenswerkzeug was sich zusammensetzt aus Fähigkeiten sich zu verstecken, zu tricksen, zu kämpfen, zu fliehen, zu erdulden, zu erleiden und dabei gleichzeitig Herr einer winzigen Insel zu bleiben die ICH heißt…der Hund der nun vor dir steht.

Das Überlebenswerkzeug das erlernt wurde um klar zukomme in einer Welt voller Wiedersprüche, in einer Welt die von diesen merkwürdigen Zweibeinern dominiert wurde, in der ebendiese Menschen diesem Wesen immer weniger Raum ließen…diese Zweibeiner zu denen auch du gehörst.

Das Überlebenswerkzeug das selbst dann noch taugte als diese Welt immer kleiner und unberechenbarer wurde für das Wesen vor dir, bis es eingesperrt mit vielen seiner oft verzweifelten Artgenossenen völlig überfüllten Anlagen ohne Chance auf Rückzug und Schutz vor einer Vielzahl von unverständlichen Reizen.

Dieses Überlebenswerkzeug was das einzig war, was man dem Wesen nicht nehmen konnte, nachdem man es jeglicher Fluchtmöglichkeiten, jeglicher verläßlicher Bindungen in seiner ursprünglichen Umwelt, in seinem Rudel beraubt hatte, nachdem man immense Anpassungsleistungen von ihm gefordert hatte ohne ihm etwas dafür anzubieten, ausser das nackte überleben.

Dieses Überlebenswerkzeug soll es jetzt ablegen, im Vertrauens- Vorschuss auf einen völlig unbekannten Zweibeiner, also einen Angehörigen jener Spezies, die ihm erst soviel Leid zugefügt hat?

Kannst du nachvollziehen das dieser Anspruch mehr als absurd ist?

Diese Vorstellungsrunde, die das Wesen von dir fordert, um überhaupt anfangen zu können sich auf dich einzulassen, die kann lang dauern, manchmal sehr lang…je nach dem wieviel du über dich selber und deine Art zu kommunizieren und deine Aussenwirkung weißt.

Die Länge der benötigten Vorstellungsrunde ist klar auch abhängig von dem was das Wesen in seinem bisherigen Leben erlebt hat und seiner Sozialisation, denn hiervon hängt ab ob es dir glaubt bei dem was du da über dich selber sagst, oder ob es prüft und wieder prüft, ob das von dir Behauptete der Realität entspricht, und verläßlich reproduzierbar ist.
Das Wesen beobachtet dich erst mal nur und prüft…und es prüft gründlich, denn vom gründlichen Prüfen hing sein bisheriges Leben ab. Vom gründlichen Prüfen hing ab ob es die fütternde Bäuerin vom Hundefänger unterscheiden konnte…
Bei manchen Hunden wird die Länge der Vorstellungsrunde und des immer wieder erneuten Prüfens ein Leben lang dauern, zu tief verankert ist das Mißtrauen, das vermeintliche Sicherheit zur Falle und Bedrohung wird. Bei anderen geht es schneller.

Immer kannst du einzig das Ergebnis der Prüfung durch den eigenes Verhalten beeinflussen, und durch die Bewusstheit deiner Aussenwirkung auf dieses fremde Wesen namens Hund.

Er hat das Bedürfnis, sich an dich zu binden, dir zu vertrauen, wie Generationen vor ihm Hunde das immer taten seitdem sie mit dem Menschen leben. Aber bei Strassenhunden und Hunden die aus welchen Gründen auch immer vom Menschen entsorgt wurden, überflüssig waren und sich selbst überlassen und verfolgt wurden ist dieses Bedürfnis immer untergeordnet unter das Bedürfnis nach eigener Sicherheit und Kontrolle über die Reste eigenständigen Lebens die wir Menschen ihm gelassen haben.

Auslands-Tierschutz-Hündin

„Versteh einer die Welt…immerhin, hier passiert grad nix schlimmes, also wart ich erstmal ab was sonst noch so kommt“

 

 

 

 

 

 

Sicherheit definieren solche Hunde nicht als Zwangsgemeinschaft mit einem Menschen der Futter und Schlafplatz bereitstellt, sondern als verläßliche Umwelt, die in ihren Anforderungen nicht überfordert und berechenbar agiert.

Der Hund weiß nichts davon „gerettet“ worden zu sein, er weiß einzig, das, mal wieder, gegen seinen Willen, und vollkommen unbeeinflußbar von ihm, ihm seine gesamte bisherige Welt, auf die er sich mühsam eingestellt hatte genommen wurde um ihn erneut einer unbekannten Welt mit nicht einordenbaren Reizen und Menschen auszuliefern. Das macht ihm schlicht nur Angst, und da ist der Rückgriff auf sein bisheriges Gepäck, auf seine eigenen Bewältigungsstrategien das einzige womit der diese Angst beantworten kann.

Du hast dich entschlossen zu einer solche verläßlichen Umwelt eines Hundes zu werden und zu gehören. Erst wenn du ihm diese Verlässlichkeit bewiesen hast wird er dir erlauben etwas von ihm zu fordern, wird er dir erlauben, ihn zu erziehen … wobei das dann meist gar nicht mehr nötig tut…denn er wird das tun, was er seit Jahrtausenden tut…mit seinem ganzen Sein bemüht sein, konfliktfrei mit dir zu leben und selbst herauszufinden wie das am besten geht und wobei er dir helfen kann auf das ihr eine verläßliche Lebensgemeinschaft bildet. Das ist der beste Garant für ein sicheres Leben für ihn….das weiß er instinktiv, Wissen das ihm Generationen von domestizierten Hunden mitgegeben haben, Teil seines genetischen Erbes.