Vom Loslassen

Loslassen, worum geht es dabei eigentlich? Die Vorraussetzung um etwas loszulassen ist erstmal, es vorab festgehalten zu haben. Krampfhaft Festhalten  tun wir nicht so sehr Personen, Tiere oder Dinge, sondern in erster Linie unsere eigene Vorstellung von ihnen. Unsere Vorstellung von Richtig oder Falsch, Schmerz, Leid , Liebe und Freude…alles das sind Vorstellungen die einzig in unserem Kopf entstanden sind. Sie waren ursprünglich wichtig als wir erste Schritte in diese Welt machten, als wir Kinder waren. Oft genug stehen diese festen Vorstellungen uns aber später im Weg, unserer Entwicklung, unserem Kontakt zu Anderen, unserem Wohlbefinden.

Dinge, Menschen oder auch unsere Tiere können wir erst dann „loslassen“,  sie mit Würde begleiten und ihnen achtsam begegnen wenn wir unsere Vorstellungen von ihrem Sein, ihrem Weg, dem Richtig oder Falsch loslassen können.

„Ein Mensch klammert sich über einem Abgrund an eine Felskante. Er strampelt mit den Beinen in der Luft, ohne Tritt zu finden. Was passiert, wenn ihm jemand gewaltsam die Finger aufbiegt…auch vermeintlich gut meinend, da dieser andere Mensch von oben sieht, das es in der Nähe des Fußes des Anderen einen Felsvorsprung gibt, auf dem dieser Halt finden kann. Solang derjenige, der sich da so krampfhaft festhält nicht sicher weiß das dieser rettende Felsvorsprung da ist, ihn nicht selbst mit dem Fuß ertasten kann,  wird er abstürzen wenn er losläßt. Die Aufgabe dessen der oben steht ist nicht des anderen Griff vorzeitig zu lösen, sondern ihm zu zeigen wo er Halt findet… so er dies kann, oder geduldig zu warten, bis der Mensch der droht in den Abgrund zu stürzen diesen Halt selbst findet.“